Onlinemarketing-Webinare

Was unterscheidet ein Webinar von einem klassischen Seminar?

Nicht immer ist eine Präsenzveranstaltung der effektivste Weg, um erklärungsbedürftige Inhalte zu vermitteln. Gerade wenn nicht alle Teilnehmer an einem Ort versammelt werden können, bietet sich eine bewährte Alternative an: Webinare, also online durchgeführte Seminare oder Meetings.
1:1 lässt sich das allerdings nicht von einem Medium ins andere übertragen, denn es gibt eine ganze Reihe von Unterschieden zu herkömmlichen Seminaren. Bei Planung und Durchführung von Webinaren gibt es einiges beachten.

Inhalte statt Powerpoint-Karaoke

Bereits die verwendeten Unterlagen müssen grundsätzlich anders aufbereitet sein. Um das gefürchtete Powerpoint-Karaoke zu vermeiden, müssen sie die Aussagen des Moderators eindeutig unterstützen und illustrieren – und das in Echtzeit, unabhängig davon, ob er mit einer vorbereiteten Präsentation oder live, beispielsweise in einem Software-Interface, arbeitet.

Auch die Wahl der Webinar-Software ist entscheidend, denn nicht alle Anbieter sind in der Lage, Animationen oder ähnliche Elemente online darzustellen, ganz abgesehen von den Herausforderungen hinsichtlich der teilnehmerseitigen Systemvoraussetzungen.

Aufmerksamkeit halten: Spannung und Interaktivität

In der gewohnten Umgebung an einem Webinar teilnehmen zu können, ist ein unbestreitbarer Vorteil dieser Kommunikationsform – gleichzeitig aber auch ihr größter Schwachpunkt. Denn wenn zwischendurch ein Anruf oder eine E-Mail hereinkommt, ist die Schwelle für einen Teilnehmer wesentlich niedriger, sich zunächst einmal darum zu kümmern, als wenn er in einem Präsenz-Seminar sitzt.

Einzelne Software-Anbieter setzen hier auf digitale Aufmerksamkeitsmessungen– davon halte ich nichts, sondern ziehe es vor, die Inhalte meiner Webinare in kürzere Einzelmodule zu segmentieren. Interaktive Elemente, wie Umfragen, halten den Aufmerksamkeitslevel hoch und erleichtern es mir, als Moderator zusätzlich festzustellen, ob bisher alles verstanden wurde und ich zum nächsten Inhaltsmodul wechseln kann.

Zeit: Genügend Separatoren einbauen

Es ist nicht nur der Sauerstoffgehalt der Luft, der mich in meinen Präsenz-Seminaren alle 60 bis 75 Minuten eine Pause einlegen lässt. Wenn die Augen der Teilnehmer langsam glasig werden, sollten sich nicht nur Trainer, sondern generell alle Vortragenden fragen, ob es an ihren Inhalten liegt – oder ob einfach nur zu wenige Fenster geöffnet sind.

Während sich in Online-Webinaren 60 bis 75 Minuten als Gesamtlänge etabliert haben, lässt es sich, je nach Thema, nicht immer vermeiden, auch längere Veranstaltungen durchzuführen. Hier habe ich sehr gute Erfahrungen mit kürzeren Pausenintervallen, etwa alle 30 Minuten, gemacht.

Dialog – Chat oder Audio?

Gute Kommunikation ist niemals einseitig. In einem Webinar gibt es immer die Wahl zwischen Fragen über die Chatfunktion der jeweiligen Webinar-Software und dem Live-Dialog, der dann entweder Voice-over-IP oder über die (meist kostspieligere) Telefonkonferenz-Lösung einiger Softwareanbieter läuft. Bei internen Webinaren ist der Live-Dialog oft eine gute Lösung – entsprechende Bandbreiten zur Audioübertragung vorausgesetzt.

Wenn die Gruppe übersichtlich ist und man alle Teilnehmer ohnehin kennt, ist es leichter, in überlange oder abschweifende Beiträge moderierend einzugreifen. Bei größeren oder öffentlichen Webinaren setze ich auf die Chat-Funktionalitäten.

Hier ist es entscheidend, die Teilnehmer darum zu bitten, ihre Fragen so zu formulieren, dass sie auch ein paar Minuten später oder am Ende des Webinars noch nachvollziehbar sind. Schreib-wie-denk-Fragen wie „Warum?“ etc. lassen sich dann beim besten Willen nicht mehr beantworten. Perfekt ist es, wenn ich das Webinar nicht alleine durchführe, sondern einen Co-Moderator einsetzen kann, der den Chat im Auge hat und die Fragen vorsortiert.